Die Geschichtswerkstatt Quierschied hat sich in diesem Jahr auf eine spannende Spurensuche begeben: Im Mittelpunkt stand die Entwicklung der Schulen in Fischbach-Camphausen, Quierschied und Göttelborn während der vergangenen 200 Jahre. Die dabei zusammengetragenen Dokumente, Erinnerungsstücke und Geschichten geben einen eindrucksvollen Einblick in den Schulalltag vergangener Generationen und machen deutlich, wie sehr sich Schule und Erziehung im Laufe der Zeit verändert haben.
Bei der Vernissage am Dienstag, 18. August, in der Gemeindebücherei sorgte die Ausstellung nicht nur für historisches Interesse, sondern auch für viele persönliche Erinnerungen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher, darunter auch Bürgermeister Lutz Maurer, tauschten sich über ihre eigene Schulzeit aus und brachten teilweise sogar eigene Klassenfotos und Zeugnisse mit. Die Geschichtswerkstatt freut sich über weitere solche Erinnerungsstücke. Die Ergebnisse der Recherchen sollen demnächst in dem Buch „Spurensuche – Schulen in Fischbach, Quierschied und Göttelborn“ veröffentlicht werden, damit die gesammelten Zeugnisse der Schulgeschichte nicht in privaten Schubladen verschwinden.
Ein besonderes Fundstück ist das älteste noch erhaltene Zeugnis aus Quierschied. Es stammt aus dem Jahr 1865 und wurde der Schülerin Katharina Bost ausgestellt. Daneben präsentiert die Ausstellung zahlreiche weitere historische Zeugnisse: alte Schulhefte aus den 1960er Jahren, Schulbücher, Klassenfotos und persönliche Erinnerungsstücke. Rekonstruiert wurde außerdem die Schulhof-Ordnung zwischen der Rathausschule, in der vornehmlich Jungen unterrichtet wurden, und der Hirtenwiesschule, die überwiegend von Mädchen besucht wurde. Dass Jungen und Mädchen sich auf dem Schulhof bis in die 1960er-Jahre hinein nicht miteinander treffen durften, erscheint heute kaum noch vorstellbar.
Wer die Ausstellung noch besuchen möchte, hat dazu bis mindestens zum 27. August 2026 in der Gemeindebücherei Quierschied Gelegenheit.


