Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept steht

Nach anderthalb Jahren intensiver Arbeit ist es geschafft: Die Gemeinde Quierschied hat ihr Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept fertiggestellt und am Dienstagabend rund 40 interessierten Bürgerinnen und Bürgern in der Q.lisse vorgestellt. Die Kosten für die Erstellung des Konzeptes belaufen sich auf rund 110.000 Euro (brutto) und werden mit 90 Prozent durch das Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz (MUKMAV) gefördert.

Gemeinsam mit den beauftragten Ingenieurbüros CAD Infrastruktur und ingGIS, der Freiwilligen Feuerwehr Quierschied sowie zahlreichen engagierten Bürgerinnen und Bürgern hatte die Gemeinde das Konzept seit der Auftaktveranstaltung Ende 2024 Schritt für Schritt erarbeitet. Nach der Vorstellung der Ergebnisse nutzten viele der Anwesenden die Gelegenheit, individuelle Gegebenheiten und Herausforderungen aus ihrem direkten Umfeld zu schildern. Die anwesenden Experten beantworteten die Fragen geduldig und nahmen auch neue Anregungen auf, um sie in das „lebendige Dokument" einfließen zu lassen.

116 Einzelmaßnahmen für alle Gemeindebezirke

Das Konzept definiert insgesamt 116 Einzelmaßnahmen für alle drei Gemeindebezirke, die bei ihrer Umsetzung mit bis zu 80 Prozent vom Land gefördert werden können. Der Gemeinderat wird die Maßnahmen priorisieren und die notwendigen Mittel Schritt für Schritt in die Haushaltsplanung aufnehmen.

„Manche der Maßnahmen können kurzfristig erfolgen, bei anderen kann es ein paar Jahre dauern – wieder andere wurden bereits oder werden gerade umgesetzt", erklärte Bürgermeister Lutz Maurer und ergänzte: „Es ist aufgrund der allgemein bekannten angespannten finanziellen Situation der Kommunen in Deutschland nicht vorhersehbar, was wann umgesetzt werden kann. Aber die Gemeinde Quierschied hat sich schon vor einiger Zeit auf den Weg gemacht und ist dabei, ihre Hausaufgaben zu erledigen."

Größte Einzelmaßnahme läuft bereits am Freibad

Nicht förderfähig durch das Land sind Kanalbaumaßnahmen – hierfür kommen die Gemeindewerke auf. Das gilt auch für die finanziell größte Maßnahme im Rahmen des Hochwasserschutzes: die Kanalbaustelle im Bereich des Freibads. Sie pausiert aktuell für die Dauer des Freibadbetriebs. Eine weitere Maßnahme, die Aufdimensionierung des Kanals im Bereich des Friedhofs in Fischbach-Camphausen, wird derzeit in enger Kooperation mit dem Entsorgungsverband Saar geplant und soll in den Haushalt 2027 aufgenommen sowie im selben Jahr umgesetzt werden. Das berichtete Wolfgang Kallenbach, Technischer Werkleiter der Gemeindewerke Quierschied.

„Gute Basis für messbare Verbesserungen"

„Ich bin sehr froh, dass wir dieses Konzept erstellt haben. Damit haben wir Messbarkeit und Qualität in die Diskussion eingebracht und eine gute Basis geschaffen. Jetzt liegen uns Handlungsempfehlungen von Experten vor, und es kommt zu Maßnahmen, die zu weiteren deutlichen Verbesserungen bei der Hochwasser- und Starkregenvorsorge führen", sagte Bürgermeister Lutz Maurer und ergänzte: „Darüber hinaus bemühen wir uns auch weiterhin, Sie bei den Vorhaben im privaten Rahmen bestmöglich zu unterstützen. Denn klar ist: Solche Starkregenereignisse, wie wir sie bereits leidvoll erleben mussten, werden sich im Zuge des Klimawandels weiter häufen und intensivieren – aber vor allem: Nicht verhindern lassen."

Auch Jörg Kirsch, Diplom-Geograph und Umweltingenieur (M.Sc.) beim Ingenieurbüro ingGIS, betonte die gemeinsame Verantwortung: „Hochwasser- und Starkregenvorsorge ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Die Gemeinde kann hier einiges tun, aber auch die Eigentümer stehen in der Pflicht und sind dafür verantwortlich, ihr Eigentum bestmöglich zu schützen. Das Konzept dient dafür als gemeinsame und dauerhafte Arbeitsgrundlage."

Weitere Informationen

Die Präsentation der Abschlussveranstaltung, Kontaktdaten der Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie viele weitere Informationen und Tipps zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge in der Gemeinde Quierschied finden Interessierte unter www.quierschied.de/starkregen.