Aus dem Gemeinderat

Am Donnerstag, 22. Oktober 2026, fand in der Q.lisse die 24. Sitzung des Gemeinderates statt. Der Rat stellte den Jahresabschluss 2024 fest und entlastete den Bürgermeister. Unter den Mitteilungen ging es unter anderem um den Start der Kita St. Barbara, den Zeitplan für die Waldparkanlage und den aktuellen Stand beim geplanten Verbrauchermarkt in Fischbach-Camphausen.

Zu Beginn der Sitzung wurde der ursprüngliche Tagesordnungspunkt 3 zur Umsetzung des Windenergieflächenbedarfsgesetzes (WindBG) im Saarland ohne Gegenstimmen vertagt.

Unter Tagesordnungspunkt 2 befasste sich der Rat mit dem Jahresabschluss 2024. Nach vier Jahren in Folge mit positiven Ergebnissen schließt das Haushaltsjahr 2024 mit einem Fehlbetrag von rund 2,86 Mio. Euro ab. Geplant war ein Überschuss von rund 97.400 Euro; das Ergebnis liegt damit knapp 3 Mio. Euro unter der Planung. „Es war erstmalig im Haushalt der Gemeinde ein positives Jahresergebnis geplant“, erläuterte Bürgermeister Lutz Maurer. Dass es anders kam, liegt vor allem an zwei Entwicklungen: Die Gewerbesteuer brachte weniger ein als erwartet, und die Regionalverbandsumlage ist erneut gestiegen. Den Erträgen aus laufender Verwaltungstätigkeit von rund 26,71 Mio. Euro standen Aufwendungen von rund 29,13 Mio. Euro gegenüber. Hinzu kommt ein Finanzergebnis von rund minus 0,43 Mio. Euro. Unter Sitzungsleitung des Vorsitzenden des Rechnungsprüfungsausschusses, Sascha Dörr, beschloss der Rat einstimmig die Feststellung des Jahresabschlusses. Ebenfalls einstimmig erteilte er dem Bürgermeister und seinen mit der Mittelbewirtschaftung befassten gesetzlichen Vertretern Entlastung für das Haushaltsjahr 2024.

Unter Mitteilungen und Anfragen berichtete Bürgermeister Lutz Maurer, dass die neue Kita St. Barbara voraussichtlich am 16. November 2026 den Betrieb aufnehmen soll. Zum Start werden 20 bis 25 Kinder in der ersten Gruppe erwartet. Die letzten Abstimmungen zur Betriebserlaubnis laufen, die offizielle Feierstunde ist für die Woche vor der Eröffnung geplant.

Für die Waldparkanlage in Fischbach-Camphausen wurde die Ausschreibung der Bauleistungen am 21. Oktober veröffentlicht. Die Angebote werden am 26. November geöffnet, über die Vergabe entscheidet der Gemeinderat am 17. Dezember. Gebaut werden soll vom 4. Januar bis zum 12. November 2027 - das Projekt liegt damit im Zeitplan.

Zum geplanten Verbrauchermarkt in Fischbach-Camphausen informierte Bürgermeister Maurer über einen Zwischenbericht des Planungsbüros zu den Stellungnahmen, die im Bebauungsplanverfahren eingegangen sind. Sie betreffen vor allem die Themen Verkehr, Naturschutz und Hochwasserschutz. Dabei wurde unter anderem klargestellt, dass die in mehreren Stellungnahmen genannte Zahl von 50 zu fällenden Bäumen nicht zutreffend und deutlich zu hoch sei. Der Hochwasserschutz betrifft vor allem die geplanten Parkplätze und wird gutachterlich geklärt, ebenso die Versetzung des Notbrunnens. Einige Stellungnahmen enthielten drüber hinaus Anmerkungen, die mit dem Neubau des Verbrauchermarktes in keinem Zusammenhang stehen und somit auch keiner Berücksichtigung bedürfen. Nach Aussage des Planungsbüros spricht aus heutiger Sicht nichts gegen eine Fortführung des Projekts.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass sich in Fischbach eine Bürgerinitiative gegründet hat. Die Gemeinde habe ihr bereits mehrfach ein Info-Gespräch angeboten, bislang ohne Rückmeldung. In diesem Zusammenhang richtete er sich an den Fraktionsvorsitzenden der FREIEN WÄHLER Quierschied, Gernot Abrahams, der offensichtlich zur Gründung einer solchen Initiative aufgerufen hatte. Abrahams verneinte dies bisher. In dieser Sitzung bestätigte er allerdings, dass er persönlich hierzu aufgerufen habe – jedoch für einen Bekannten. Maurer betonte, es sei ausdrücklich zu begrüßen, wenn sich Menschen in einer Bürgerinitiative engagieren – man solle dann aber auch dazu stehen. Der Bürgermeister sprach in diesem Zusammenhang auch die vor allem in sozialen Netzwerken kursierende, teils wiederkehrende Falschinformationen an. Er appellierte an Herrn Abrahams, der Bürgerinitiative zu empfehlen, sich direkt bei der Verwaltung und dem Bürgermeister über den aktuellen Verfahrensstand zu informieren.

Weiter informierte der Bürgermeister über den Fortschritt der Sanierung der Lasbachschule. Der erste Bauabschnitt ist abgeschlossen. Zusätzlich wurde das Dach saniert, außerdem wurden Wärmeschutz und Jalousien umgesetzt und die Räume farblich neugestaltet. Die Arbeiten werden 2027 fortgesetzt.

Beim Feuerwehrgerätehaus ist die Planung so weit, dass sie zur Genehmigung eingereicht werden kann. Nach konstruktiven Gesprächen mit dem Innenministerium wird der Rat in der nächsten Sitzung über die Finanzierung informiert. Der Spatenstich ist für 2027 geplant, die Bauzeit beträgt rund eineinhalb Jahre. In dieser Zeit wird der Baubetriebshof vorübergehend unter anderem in Container ausgelagert.

Im Memoriam-Garten auf dem Friedhof Fischbach-Camphausen wurde am Sitzungstag ein neues Gemeinschaftsgrabfeld mit 60 Urnengrabstätten vorgestellt. Die Namen der Verstorbenen stehen auf einer Bronzetafel an einem zentralen roten Sandstein. Angelegt hat das Grabfeld die Friedhofsgärtnerei Birkenmeier, die auch die dauerhafte Pflege übernimmt.

Zum Glasfaserausbau stellte der Bürgermeister klar, dass die Deutsche Glasfaser in Quierschied nur die Zusammenarbeit mit ihrem bisherigen Bauunternehmen beendet hat und nach einem neuen Baupartner sucht. Göttelborn ist bereits vollständig versorgt, an der Glashütte in Quierschied sind die ersten Anschlüsse aktiv. Wichtig für alle Haushalte: Solange kein Glasfaserkabel im Boden liegt, kann auch kein anderer Anbieter Glasfaser anbieten. Werbung mit kurzfristig verfügbarem Glasfaseranschluss ist deshalb außerhalb Göttelborns mit Vorsicht zu sehen. Die damals abgeschlossenen Verträge sind wegen der langen Zeit nicht mehr bindend.

Für das Freibad kann die Gemeinde aus dem neuen Schwimmbadsanierungsprogramm des Landes bis zu 55 Prozent Förderung erhalten. Am 12. November wird mit dem Planungsbüro Farmis festgelegt, welche Maßnahmen mit den verfügbaren Mitteln umgesetzt werden können, vor allem der Austausch der rund 25 Jahre alten Beckenfolie. Eine Verkleinerung des Beckens bleibt ausgeschlossen, weil gerade die Beckengröße das Bad attraktiv macht.

Der Haushalt 2027 wird am 18. November erstmals im Finanzausschuss vorgestellt. Danach folgen die Anhörungen in den Ortsräten Quierschied und Göttelborn (24. November) sowie Fischbach-Camphausen (25. November). Der Haushaltsbeschluss ist für die Gemeinderatssitzung am 17. Dezember vorgesehen.

Außerdem wies der Bürgermeister auf das am Sitzungstag vorgestellte Kulturprogramm 2027 hin – die Q.lisse feiert im September 2027 ihr zehnjähriges Bestehen – sowie auf das 5. Kulturforum, das am Montag, 26. Oktober, um 18 Uhr zum Thema Prävention im Jugendbereich in der Q.lisse stattfand. Und darauf, dass der neue Penny-Markt am Standort des ehemaligen REWE-Marktes am 19. November offiziell eröffnet werden soll.

Auf Anfrage aus dem Rat bestätigte der Bürgermeister, dass die Gemeinde das Pilotprojekt zur Videoüberwachung an Containerstandplätzen weiterverfolgt. Offen sei derzeit noch die datenschutzrechtliche Prüfung. Zur Baumaßnahme am Taubenfeld erklärte er, dass die Gemeinde dort nur verkehrsrechtlich eingebunden ist. Den aktuellen Stand wird die Verwaltung für eine der nächsten Sitzungen abfragen.