Am Mittwoch, 13. August 2026, fand in der Q.lisse die 22. Sitzung des Gemeinderates statt. Die Tagesordnung umfasste im öffentlichen Teil fünf Punkte: die Verpflichtung eines neuen Ratsmitglieds, die Bekanntgabe der Beschlüsse des Ferienausschusses, einen Informationspunkt zur Fundtiersituation, die Vergabe von Straßenbauarbeiten sowie die Namensgebung der neuen Kita am Medicus Gesundheitszentrum.
Unter Tagesordnungspunkt 2 vollzog der Rat einen personellen Wechsel in seinen Reihen: Das Gemeinderatsmitglied Peter Wachs hatte sein Mandat mit Wirkung zum 1. Juli 2026 niedergelegt. Als nachrückende Ersatzperson des Wahlvorschlags der Fraktion Freie Wähler Quierschied wurde Torsten Simmet festgestellt, der sein Mandat angenommen hat. Bürgermeister Lutz Maurer bedauerte das Ausscheiden von Herrn Wachs, der „über viele Jahre konstruktiv mitgewirkt und zahlreiche Impulse gesetzt“ hatte, respektierte jedoch dessen persönliche Entscheidung ausdrücklich. Im Anschluss verpflichtete der Bürgermeister Herrn Simmet gemäß § 2 KSVG und hieß ihn herzlich im Gemeinderat willkommen.
Unter Tagesordnungspunkt 3 gab der Rat die Beschlüsse des Ferienausschusses vom 14. Juli 2026 bekannt. Gemäß der geltenden Geschäftsordnung sind diese nach Beendigung der Ferien öffentlich kundzutun; eine erneute Beratung oder Abstimmung findet dabei nicht statt. Der Ferienausschuss hatte in seiner Sitzung vier Beschlüsse gefasst: Für die Kanalreinigung 2026 im südlichen Gebietsteil des Gemeindebezirks Quierschied wurde das Angebot der Firma Theobald & Krämer GmbH zu einer Auftragssumme von 118.443,08 Euro beauftragt. Im Rahmen der Kanalsanierung Quierschied Nord „Am Schwimmbad" wurde das Nachtragsangebot Nr. 7 beauftragt und die Restbauzeit für den ersten Bauabschnitt auf den Zeitraum vom 11. Januar bis 14. Juni 2027 festgelegt. Darüber hinaus wurde Bürgermeister Maurer ermächtigt, einen neuen Pritschenwagen für den Baubetriebshof bis zu einem Gesamtbetrag von 48.000 Euro brutto zu beschaffen. Schließlich wurde die 7. Änderungssatzung für den Zweckverband Gaswerk Illingen beschlossen.
Unter Tagesordnungspunkt Ö4 informierte die Verwaltung den Rat über die aktuelle Situation bei der Unterbringung von Fundtieren. Hintergrund ist die Ablehnung eines neuen Tierbetreuungsvertrags durch den Tierschutzverein 1924 e.V. Saarbrücken, dessen bisheriger Vertrag mit dem Regionalverband zum 31. Dezember 2025 ausgelaufen war. Trotz einer einstimmig beschlossenen Erhöhung der kommunalen Beteiligung im Kooperationsrat entschied sich der Tierschutzverein, keinen neuen Vertrag abzuschließen. Für Hunde und Kleintiere bestehen dort derzeit keine Aufnahmekapazitäten. Katzen können im Einzelfall gegen eine tägliche Kostenpauschale aufgenommen werden. Die Verwaltung erläuterte die bewährten Abläufe bei gefundenen Tieren und verwies auf alternative Unterbringungsmöglichkeiten im Saarland und der Pfalz. Für kurzfristige Fälle steht ein Zwinger beim Schäferhundeverein zur Verfügung. Da es sich um eine reine Mitteilungsvorlage handelte, war kein Beschluss erforderlich.
Unter Tagesordnungspunkt 5 beschloss der Rat einstimmig die Vergabe der Oberflächeninstandsetzungen 2026 in allen drei Gemeindebezirken. Bei der öffentlichen Ausschreibung waren zwei Angebote eingegangen; den Zuschlag erhielt das wirtschaftlichste Angebot der Firma dittgen Bauunternehmen GmbH aus Schmelz mit einer geprüften Auftragssumme von 230.009,79 Euro brutto. Die Arbeiten beginnen am 31. August 2026 und sollen bis spätestens 18. Dezember 2026 abgeschlossen sein. Vorgesehen sind unter anderem Maßnahmen am Mühlenweiher, der Liebigstraße und der Kreuzung Wellwiesstraße in Quierschied, der Dudweilerstraße in Fischbach sowie mehrere Einzelmaßnahmen in Göttelborn.
Unter Tagesordnungspunkt 6 fasste der Rat einen Beschluss, der die neue Kindertagesstätte am Medicus Gesundheitszentrum betriff: Sie erhält den Namen Kita St. Barbara. Bürgermeister Maurer erläuterte, dass der Name die tiefe Verbundenheit der Gemeinde mit ihrer Bergbaugeschichte zum Ausdruck bringt – die Heilige Barbara gilt als Schutzpatronin der Bergleute und ist seit 2024 auch der Namensgeber der neuen Pfarrei Quierschied, die alle drei Ortsteile umfasst. Sowohl die katholische KiTa gGmbH als Betreiberin als auch die Vertreter der Pfarrei begrüßen die Wahl ausdrücklich. Aus den Reihen des Rates wurde ergänzend darauf hingewiesen, dass die Heilige Barbara in Frankreich zudem als Schutzpatronin der Feuerwehr verehrt wird. Der Beschluss fiel einstimmig.
Unter Mitteilungen und Anfragen informierte Bürgermeister Maurer den Rat unter anderem über einen technischen Defekt in der Steuerungsanlage des Freibades, der über das Wochenende zu einer kurzzeitigen Schließung geführt hatte, inzwischen jedoch behoben ist. Das Freibad ist wieder geöffnet und die Gemeinde beabsichtigt, die Saison bei entsprechendem Wetter so lange wie möglich zu verlängern. Zum Thema Glasfaserausbau berichtete der Bürgermeister, dass von der Deutschen Glasfaser weiterhin keine positiven Rückmeldungen vorliegen. Das Land führe derzeit Gespräche mit der Deutschen Telekom über einen möglichen alternativen Ausbau. Die Gemeinde hat diese Gespräche bereits aufgenommen, um die eigenen Interessen – insbesondere einen flächendeckenden Ausbau auch in weniger nachfragestarken Bereichen – einzubringen.
Im Anschluss beantwortete Bürgermeister Maurer eine Anfrage der CDU-Fraktion aus dem Ferienausschuss nach den Fehlzeiten des Gemeinderatsmitglieds Gernot Abrahams, Fraktionsvorsitzender von FREIE WÄHLER Quierschied, in der laufenden Legislatur. Demnach hatte Herr Abrahams in fünf der insgesamt sechs vorangegangen Sitzungen entschuldigt gefehlt und bis dahin noch an keiner Sitzung des Jahres 2026 teilgenommen. Für Verwunderung sorgte im Rat, dass Herr Abrahams stets trotzdem in der jeweiligen Nachberichterstattung der Saarbrücker Zeitung ausführlich zitiert wurde.
Darüber hinaus informierte die Verwaltung über den laufenden Ausbau des Sirenennetzes: In Fischbach-Camphausen wird in Kürze ein neuer Sirenenmast in der Tulpenstraße gesetzt, der gemeinsam mit der bereits in Betrieb genommenen Anlage künftig eine flächendeckende Abdeckung des Ortsteils gewährleisten soll. Auch in Göttelborn wird zeitgleich ein weiterer Standort errichtet.

