Dass sich im Zuge des beschleunigten Klimawandels Hochwasser- und Starkregenereignisse häufen und sich in ihrer Intensität steigern, mussten Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Quierschied in der jüngeren Vergangenheit häufiger miterleben. Zuletzt im Jahr 2024 – zunächst an Pfingsten (17. Mai) und dann erneut am 2. August. Auch die vergleichbaren Ereignisse vom 3. Juli 2009 und im Jahr 2016 sind vielen noch in leidvoller Erinnerung. Stets mit am schlimmsten betroffen oder am stärksten von Schäden bedroht war der Bereich rund um das Freibad, also die Straßen „Am Schwimmbad“ und „In der Humes“. Schon seit 2009 unternimmt die Gemeinde zahlreiche Vorsorgemaßnahmen, um Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur zu vermeiden bzw. zu minimieren. Die Baustelle im Bereich des Freibades ist eine solche Maßnahme.
Die Gemeindewerke Quierschied planen hier, die Abwasserkanäle der dortigen Straßen „Am Schwimmbad“, „Grubenweg“, „Wilhelmstraße“, „Schienenweg“ und „Herrengrund“, in fünf Bauabschnitten hydraulisch und baulich zu sanieren. Dies soll eine Überlastung der Kanäle, die bei Starkregenereignissen zu Rückstau und damit verbundenen Überflutungen von Straßen und Wohnhäusern führen können, künftig vermeiden. Vereinfacht formuliert: Es werden unter anderem „größere“ Abwasser-Rohre eingesetzt, die deutlich mehr Wasser abführen können.
Verkehrsbeeinträchtigungen bis Ende April 2027
Seit November 2025 und voraussichtlich bis zum 20. April 2027 läuft der erste Bauabschnitt in der Straße „Am Schwimmbad“, wofür die Gemeindewerke rund 1,5 Millionen Euro investieren. Der Alt-Kanal (DN 400) in der Straße „Am Schwimmbad“ wird im Rahmen der geplanten Maßnahme durch einen Kanal mit einer größeren Dimension (DN 1200 und DN 1400) ersetzt. Eine Baumaßnahme in dieser Größenordnung – gemessen am Auftragsvolumen ist es die die größte Kanalbaumaßnahme seit der Gründung des Abwasserwerks der Gemeinde vor rund 30 Jahren – zieht natürlich auch Verkehrsbeeinträchtigungen nach sich. Demnach wird der Parkplatz in der Humes für die gesamte Dauer gesperrt bleiben. Die Werkstoffcontainer für Altglas und Papier befinden sich seither auf der Ausweichfläche gegenüber dem Gewerbegebiet Am Bahnhof. Darüber hinaus wird die Straße „Am Schwimmbad“ zeitweise vollgesperrt, wobei die Gehwege entlang der Wohnbebauung und des Freibades freigehalten werden. Grundsätzlich wird der Verkehr im und um den betroffenen Bereich zu gegebener Zeit mit einer Einbahnstraßenregelung geregelt und die Umfahrung der Baustelle über Herrengrund und Schienenweg wird ausgeschildert. Genauere Angaben zu den Verkehrsbeeinträchtigungen werden frühzeitig hier veröffentlicht.
Freibadsaison 2026 nicht gefährdet
Um die Öffnung des beliebten Freibads in der Badesaison 2026 zu ermöglichen und dabei insbesondere den Anwohnerinnen und Anwohnern zusätzliche Unannehmlichkeiten durch einen noch höheren Parkdruck zu ersparen, werden die Bauarbeiten zwischen dem 12. Juni 2026 und dem 31. August 2026 unterbrochen.
„Ich bin sehr froh, dass der Gemeinderat unserem Vorschlag für eine Unterbrechung der Baustelle gefolgt ist. So verlängert sich zwar die Gesamtbauzeit, jedoch können wir das Freibad in der Hochphase der Badesaison öffnen, ohne den ohnehin schon hohen Parkdruck in diesem Bereich noch weiter zu erhöhen“, sagt Bürgermeister Lutz Maurer und ergänzt: „Es ist gut, dass wir nach Jahren der Vorarbeit im Herbst 2025 endlich mit der Maßnahme beginnen konnten. Sie wird vielen Bürgerinnen und Bürgern einen deutlich höheren Schutz vor Schäden durch künftige Starkregen- und Hochwasserereignisse bieten. Nach allem, was wir bisher wissen, werden sich diese aufgrund des fortschreitenden Klimawandels in Anzahl und Intensität steigern. Dass mit der Baumaßnahme auch langwierige Beeinträchtigungen einhergehen, lässt sich logischerweise nicht vermeiden. Hier bitte ich mit Blick auf den ungleich größeren Nutzen um Verständnis und Gelassenheit.“
Weiterführende Informationen rund um das Thema Hochwasser- und Starkregenvorsorge sind auf der Internetseite der Gemeinde unter www.quierschied.de/starkregen zusammengestellt.

