Haushalt 2026 erneut von explodierenden Lasten geprägt

Der Gemeinde Quierschied ist es seit 2017 kontinuierlich gelungen, die geplanten Jahresergebnisse zu verbessern. Der erst kürzlich verabschiedete Jahresabschluss 2023 war bereits der vierte in Folge mit einem positiven Jahresergebnis und liegt mit einem Gewinn von rund 5,85 Mio. Euro sogar deutlich über dem geplanten Ergebnis von rund 3,36 Mio. Euro Verlust. In diesem Zeitraum ist die Eigenkapitalquote von 8,72 Prozent zum Stichtag 31. Dezember 2016 auf 45,87 Prozent zum Stichtag 31. Dezember 2023 angestiegen. Der aktuelle Haushaltsplan 2026, der vom Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag, 18. Dezember 2025, in der Q.lisse beschlossen wurde, sieht hingegen leider ein Defizit von 4.487.258 Euro vor.

„Dies zeigt einerseits, dass wir als Gemeindeverwaltung sehr intensiv daran arbeiten, die Kosten im Griff zu halten und trotzdem die notwendigen Investitionen wie geplant auf den Weg bringen. Mit Verlaub – das ist in den vergangenen Jahren nicht vielen saarländischen Kommunen gelungen und das dürfen wir auch für alle Gemeindemitarbeitenden und alle Ratsmitglieder selbstbewusst zum Ausdruck bringen“, betonte Bürgermeister Lutz Maurer in seinem Vorbericht zum Haushalt und ergänzte: „Andererseits führten diese Erfolge bei der Gewerbesteuer auch zu einer Verbesserung der Kennzahlen zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Gemeinde und darüber hinaus bestimmen erneut exorbitante Steigerungen im Bereich der externen Einflussfaktoren den Haushaltsplan der Gemeinde Quierschied.“

Regionalverbandsumlage erneut massiv gestiegen

Allen voran steht erneut die Regionalverbandsumlage. Sie hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht: Von rund 7 Mio. Euro im Jahr 2021 auf 11,25 Mio. Euro im Jahr 2026 (2025: rund 10,26 Mio. Euro), was einen Anstieg um satte 60 Prozent bedeutet. „Natürlich erfüllt der Regionalverband viele Leistungen, die unabwendbar sind – aber es sei trotzdem die Frage erlaubt, ob dies mit diesen Kosten verbunden sein muss“, sagte Bürgermeister Maurer und merkte beispielhaft an, dass der Regionalverband Saarbrücken zwischen 2019 (1.222 Stellen) und 2026 (1552 Stellen geplant) einen Personalzuwachs von rund 30 Prozent ausweist, während die Gemeinde Quierschied im selben Zeitraum die Anzahl der Stellen (Kitas ausgenommen) nur um rund sechs Prozent erhöht habe und im Vergleich zu 2025 aufgrund interner Bedarfsanpassungen sogar drei Stellen abbauen konnte. Trotz der mehr als nur herausfordernden äußeren Umstände, die massiven Einfluss auf die finanziellen Spielräume der Gemeinde haben, gab es im Vergleich mit dem Haushaltsplan 2025 auch gute Neuigkeiten: So hat sich die Summe der Schlüsselzuweisungen durch das Land, die 2025 (4,725 Mio. Euro) aufgrund eines einmaligen Gewerbesteuer-Effektes durch den Betrieb des Kraftwerks Weiher massiv reduziert worden war, wieder normalisiert (2026: 8,942 Mio Euro). Auch die Mittel aus dem sogenannten Sondervermögen des Bundes, aus dem in den kommenden zwölf Jahren jährlich 542.308 Euro zusätzlich für Investitionen bereitgestellt werden, hilft. „Allerdings wird diese Unterstützung, über die wir uns sehr freuen, bei weiterhin steigender Regionalverbandsumlage von ebendieser quasi aufgefressen“, sagte Bürgermeister Maurer und kündigte trotz der widrigen Umstände für Kommunen in der heutigen Zeit an: „Ich darf Ihnen versichern, dass unsere Mitarbeitenden auch weiter ihr Bestes geben, damit unsere Gemeinde so lebens- und liebenswert bleibt, wie sie ist.“ Auch, wenn das Planergebnis für 2026 „kein schönes“ sei, versicherte Maurer, werde die Verwaltung „auch weiterhin versuchen, Ergebnisverbesserung zu erzielen, den Saarlandpakt einzuhalten, hohe Investitionen für attraktive Projekte wie beispielsweise das neue Feuerwehrgerätehaus, die neue Kita oder den Ausbau der Ganztagesbetreuung im Grundschulbereich zu ermöglichen, aber auch die hohen Aufwendungen für Straßensanierungen beizubehalten. Darüber hinaus werden wir auch weiterhin planbar und effizient vorgehen, um unsere Projekte und Vorhaben zu optimieren, sowie in Krisensituationen schnell und konsequent handeln – stets mit dem Ziel, das Beste für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Quierschied herauszuholen.“

Dank an Ratsmitglieder und Gemeinde-Mitarbeitende

Bei dieser Gelegenheit bedankte sich Bürgermeister Maurer bei allen an der Erstellung des Haushalts 2026 Beteiligten, insbesondere Gemeinde-Kämmerer Florian Feit, „ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit. Erneut ist es uns gelungen, als eine der ganz wenigen Kommunen, die Haushaltplanung frühzeitig im Jahr zu erstellen und noch im laufenden Jahr zu finalisieren.“

Letztlich wurden alle den Haushalt betreffenden Beschlüsse (Stellenplan 2026, Festsetzung des Investitionsprogrammes 2024-2029, Haushalt 2026, Erlass der Haushaltssatzung und Mittelbeantragung Saarlandpakt) einstimmig oder mit großer Mehrheit beschlossen. Die Fraktionen der SPD und CDU brachten zudem ihre Anerkennung für die Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung und dem Bürgermeister zum Ausdruck und bedankten sich für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit im ausklingenden Jahr 2025. Fast alle Fraktionen tragen den Haushalt vollumfänglich mit. Einzig die Fraktion FREIE WÄHLER Quierschied stimmte an mancher Stelle gegen Beschlussvorschläge zum Haushalt, was zu Reaktionen der anderen Fraktionen führte. So bescheinigte Britta Hess, Vorsitzende der SPD-Fraktion, der Fraktion FREIE WÄHLER Quierschied ein Vorgehen „nach dem Motto ‚Dusch mich, aber mach‘ mich nicht nass“ und der Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion, Stefan Chadzelek, merkte an, dass nur eine Zustimmung aller den Haushalt betreffenden Punkte auch eine Umsetzung der vielen Projekte für das Jahr 2026 garantiere.