Donnerstag, 04. Oktober 2018 11:33

Feierliche Enthüllung der Skulptur vor der Q.lisse

"Die Zweite - 3 Freunde - 3. Satz"

Foto: Gemeinde

"Kunst wird erst dann interessant, wenn wir vor etwas stehen, das wir nicht gleich restlos erklären können." Mit diesem Zitat von Theaterregisseur und Aktionskünstler Christoph Schlingensief schloss Bürgermeister Lutz Maurer vergangenen Donnerstag seine Rede anlässlich der Enthüllung des Kunstwerks "Die Zweite - 3 Freunde - 3. Satz" vor der Q.lisse.
"Auch wenn Kunst im öffentlichen Raum auch heute noch ein Thema ist, das unterschiedliche Auffassungen zulässt, bin ich davon überzeugt, dass es die Kunst in all ihren Facetten ist, die den Unterschied ausmacht und das Leben aufwertet", sagte Maurer, "vor mehr als einem Jahr haben wir das Haus der Kultur - die Q.lisse - eröffnet, im Frühjahr die Außenanlage offiziell übergeben. Was uns fehlte, war ein Kunstwerk."
Das hat man jetzt, geschaffen vom Quierschieder Metallbildhauer Wolfgang Raber. "Es war schon ein besonderer Moment, als die Plane schließlich gefallen ist", sagte Raber, der ungern über sich selbst spricht sondern lieber seine Werke sprechen lässt, "man hat eine besondere Beziehung zu jedem Werk. Fast wie zu einem Kind. Wenn ich es mir jetzt anschaue, muss ich sagen: Es hat geklappt, es passt hierher."
Gefertigt wurden die fünf Objekte aus sogenanntem Cor-Ten-Stahl. Seit Anfang des Jahres hat Raber an der Komposition gearbeitet. Der Rost auf der Oberfläche bietet nicht nur ein interessantes, weil im Laufe der Zeit sich veränderndes Farbenspiel, er schützt auch des Kunstwerk vor Umwelteinflüssen. Immer neue, interessante und unterschiedliche Perspektiven und Deutungsansätze zeigen sich, wenn man das Werk aus verschiedenen Positionen betrachtet. "Tatsächlich sehen wir eine Skulptur aus fünf Einzelformen. Drei ganz ähnliche, spitz zulaufende Formen, sowie zwei weitere, die im oberen Bereich allerdings aneinandergefügte Elemente aufzeigen", erläuterte Kunsthistorikerin und Journalistin Nicole Baronsky-Ottmann in ihrer Laudatio, "das fünfte Element der Arbeit fällt aus dem Rahmen. Denn hier haben wir eine aufrechte Stele, eine Säule, die allerdings am oberen Ende die spitz zulaufende Form der Freunde wieder aufnimmt, diesesmal aber in kleinerer Größe, als zusätzliches Element, und interessanterweise mit einer Aussparung im Negativ-Positiv-Effekt. Außerdem wird sie von einem hufeisenähnlichen Element bekrönt, das wie Arme in die Horizontale greift."
Das Material wurde von der Gemeinde und der Vereinigten Volksbank finanziert, die Arbeit ist ein Geschenk des Künstlers an seine Heimatgemeinde. Der Name stammt von Beethovens 2. Sinfonie 3. Satz, die Raber zu der Skulptur inspirierte. Die gut 80 Gäste bei der Enthüllung waren mehr als angetan. "Mich begeistert Kunst und deswegen freue ich mich sehr, dass ich dieses imposante Werk enthüllen durfte", sagte Lutz Maurer, "ich bin mir sicher, dass es außerordentliche Beachtung finden wird".