Freitag, 19. Juni 2020 08:10

Das Freibad Quierschied bleibt 2020 geschlossen

Gemeinderat entscheidet mit 25:5 Stimmen deutlich

 

Das Freibad der Gemeinde Quierschied wird in diesem Sommer aufgrund der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Beschränkungen im Badebetrieb leider geschlossen bleiben. Das hat der Gemeinderat am vergangenen Montagabend in einer Sondersitzung mit 25:5 Stimmen beschlossen. Bereits erworbene Saisonkarten können selbstverständlich im Rathaus erstattet oder in der Badesaison 2021 verwendet werden.

 

Zu Beginn der Sitzung wies Bürgermeister Lutz Maurer die Gemeinderatsmitglieder und die Besucherinnen und Besucher darauf hin, dass es leider nicht, wie ursprünglich geplant, verbindliche einheitliche Vorgaben durch die Landesregierung gab und es den Kommunen überlassen bleibt, wie sie mit der Möglichkeit umgehen, ihre Schwimmbäder öffnen zu dürfen. Demnach dürfen Freibäder ab dem 8. Juni 2020 „unter Beachtung von infektionsschutzrechtlichen Auflagen der Ortspolizeibehörden insbesondere zur Sicherstellung von Mindestabständen und zur Begrenzung der Besucherzahl sowie unter Beachtung besonderer Hygiene- und Schutzvorkehrungen geöffnet werden.“ Im Anschluss erläuterte Bürgermeister Maurer die erforderlichen rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die Öffnung des Bades, welche allen Ratsmitgliedern in ausführlicher Form vorlagen.

 

Basis hierfür waren die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen und das auf dieser Basis erstellte umfangreiche Hygiene-, Nutzungs- und Sicherheitskonzept. Hierzu zählen u.a. ein separater Eingang und Ausgang zum Bad, die Dokumentation der Badegäste (Namen, Adressen etc.) und eine Zugangskontrolle und Überwachung im Bad durch zusätzliches Personal. Die Besucherzahl würde in zwei Schichten (9 bis 13 Uhr und 14 bis 19 Uhr) auf jeweils maximal 200 Personen (sonst an schönen Sommertagen 1.200 Personen) begrenzt werden, Warteschlangen vor dem Bad müssten durch entsprechend großzügige Zutrittsbereiche vermieden werden. Das Kinderbecken, die Rutsche, der Wasserspielplatz und das Volleyballfeld wären gesperrt. Darüber hinaus wäre nur ein deutlich eingeschränkter Schwimmbetrieb mit Einbahnregelung unter Einhaltung des Mindestabstands möglich. Die Nutzung des Nichtschwimmerbeckens müsste aufgrund der Abstandsregeln ebenfalls auf wenige Nutzer begrenzt werden. Auch könnten wegen der Einhaltung der Hygiene-Richtlinien und der Abstände nur die Außenduschen und Außenumkleiden genutzt werden. Um die Vorgaben umzusetzen, wäre es notwendig, weiteres zusätzliches Personal in den Bereichen Bäderfachkraft sowie Kasse und Reinigung anzustellen. Auch das Risiko einer eventuellen Schließung beim Vorliegen eines Infektionsfalles musste berücksichtigt werden. Die Gemeinde hätte alle diese Maßnahmen innerhalb von 14 Tagen umsetzen können, sodass das Freibad am 26. Juni hätte öffnen können.

Für die Umsetzung dieser Maßnahmen und den Mehraufwand für Personal, Ausstattung und Hygienemittel sei mit Mehrkosten zwischen 50.000 und 90.000 Euro zu rechnen.

 

In der anschließenden Diskussion über das Für und Wider einer Öffnung oder Schließung des Bades wurde deutlich, dass sich der Gemeinderat angesichts der starken Einschränkungen des gewohnten Badevergnügens – insbesondere für Familien mit Kindern - aber auch aufgrund der immer noch vorhandenen Gesundheitsrisiken mit großer Mehrheit dazu entschied, das Freibad 2020 nicht zu öffnen. Dabei war man sich allerdings einig, dass die mit der Nichtöffnung einhergehenden Einsparungen dafür verwendet werden sollten, das Freibad für die Saison 2021 zu ertüchtigen.

 

Bürgermeister Lutz Maurer bedankte sich nach lebhafter Diskussion für die konstruktive Arbeit der Gemeinderatsmitglieder und der Verwaltung zu diesem Thema. „Dies war für alle Beteiligten eine schwere Entscheidung. Von allen Seiten gab es in den letzten Jahren stets ein klares Bekenntnis für das Freibad – und dieses gilt natürlich auch weiterhin. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, dass wir hier zu einer klaren Mehrheitsentscheidung gekommen sind, zu der wir gemeinsam stehen. Wir werden nun versuchen, mit den eingesparten Mitteln die Maßnahmen des Investitionsstaus im Freibad anzugehen, um die Attraktivität des Bades zu steigern.“