Mittwoch, 04. Juli 2018 08:24

Leo Wagner erhält die Bundesverdienstmedaille

Quierschieder Urgestein für großes Engagement ausgezeichnet

.

Über ein halbes Jahrhundert prägte und gestaltete er das Vereins- und das Gemeindeleben maßgeblich mit. Durch sein Engagement ist er weit über die Grenzen seiner Heimatgemeinde bekannt. Weil er damit ein Vorbild für andere ist, hat ihn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Am Montag, den 25. Juni, überreichte diese Kultusminister Ulrich Commerçon mit den Worten: „Damit eine Gemeinschaft funktioniert, braucht es Menschen, die den Gemeinsinn vorleben und weitervermitteln. Leo Wagner hat das in seinem Leben in besonderer Art und Weise gemacht. Persönlichkeiten wie er erwecken eine Gesellschaft mit Leben.“ Der Verleihung wohnten außerdem der Erste Gemeindebeigeordnete der Gemeinde Quierschied, Karl-Heinz Lander, in Vertretung des Bürgermeisters Lutz Maurer, Regionalverbandsdirektor Peter Gillo, Paul Pendorf (Heimat- und Verkehrsverein) und Bürgermeisterin a. D. Karin Lawall bei.

Leo Wagner, Jahrgang 1940, arbeitete bis zu seinem Ruhestand 2003 als Buchhalter und kaufmännischer Angestellter bei verschiedenen Firmen von Sulzbach über Saarbrücken bis nach Merzig. Der gebürtige Quierschder brachte sich mit außerordentlichem Engagement im gesellschaftlichen und kulturellen Leben seiner Gemeinde ein. Bis vor wenigen Jahren übernahm er über mehrere Jahrzehnte hinweg Programmgestaltung und Moderation der jährlichen Seniorenfeier im Gemeindebezirk Quierschied. Unvergessen bleibt die Personifizierung des „Ur-Wambe“ auf dem Wambefeschd bis vor zwei Jahren. Gerade in dieser Rolle sei der Geehrte „in der Tat identitätsstiftend“ gewesen, wie es Karin Lawall formulierte. Sie hatte Leo Wagner noch während ihrer Amtszeit für die Verdienstmedaille vorgeschlagen. Karl-Heinz Lander betonte, dass es immens wichtig sei, dass solche Persönlichkeiten öffentlich anerkannt werden. Regionalverbandsdirektor Peter Gillo stellte heraus, dass sich die Zahl derer, die eine Verdienstmedaille erhalten, im Vergleich zu früher drastisch reduziert habe. Umso wertvoller ist diese Ehrung für Leo Wagner.
Bereits mit 17, also im Jahr 1957, wurde Wagner Mitglied der Laienbühne Quierschied. Er spielte dort fortan aktiv Theater und war hier über viele Jahre für die Programmgestaltung der Kappensitzungen verantwortlich. Von 1994 bis 2015 war Leo Wagner Vorsitzender der Laienbühne Quierschied. Seit 1983 wirkt er aktiv an der Rathauserstürmung mit und hat 20 Jahre lang den Vorsitz der AG Rathauserstürmung übernommen. Wagner hat bei Kappensitzungen jahrzehntelang als Büttenredner mitgewirkt und die „Wambesänger“ tatkräftig unterstützt. Von 1990 bis 1995 gastierte er mit der Familie „Jäbs“, einem Programm in saarländischer Mundart, monatlich im Saarländischen Rundfunk und wurde damit landesweit bekannt. Im Jahre 2009 wurde Wagner vom Karnevalsverein „Die Quierschieder Wambe e.V.“ für seine 50jährige Zugehörigkeit zum Ehrenmitglied ernannt.

„Bei ihm ist das Herz am rechten Fleck“, lobte Paul Pendorf, der Wagner seit 65 Jahren kennt und als Nachbarjunge mit Leo Wagner aufgewachsen ist. Für Pendorf ist Wagners Bedeutung für Quierschied im kulturellen Bereich sogar vergleichbar mit jener der Lauflegende Armin Hary für den Sport.