Das Wappen der Gemeinde Quierschied

Wappen Gemeinde Quierschied

Anmerkungen zum Wappen von Quierschied:

Beschreibung:
Blasonierung: "Über blauem Wellenschildfuß in Gold ein vierspeichiges schwarzes Förderrad, überzogen mit einem schwarzen Andreaskreuz, das mit zwei schräggekreuzten, abwärtszuckenden silbernen Blitzen belegt ist."

Begründung:
"Die Gemeinde Quierschied ist auf Grund des § 9 des Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden und Landkreise des Saarlandes (Neugliederungsgesetz – NNG) vom 19.12.1973 (Amtsblatt S. 852) mit Wirkung vom 1.1.1974 durch Zusammenschluß der bis dahin dem Amt Quierschied angehörenden Gemeinden Fischbach, Göttelborn und Quierschied neu gebildet worden. Von diesen früheren Gemeinden führten Quierschied und Fischbach eigene Wappen, die als Grundlage für das neue Quierschieder Gemeindewappen herangezogen wurden, wobei die Symbolik der übernommenen Wappenbilder teilweise mit erweitertem Inhalt ausgestattet wurde.

Das schwarze Förderrad weist auf die große Bedeutung des Steinkohlebergbaues für die rasche Aufwärtsentwicklung der drei die heutige Gemeinde bildenden Ortsteile Fischbach, Göttelborn und Quierschied in Vergangenheit und Gegenwart hin. Es symbolisiert einmal die im 18. und 19. Jahrhundert im Quierschieder Wald im Zusammenhang mit der Quierschieder Glashütte betriebenen zahlreichen Grubenstollen und zum anderen die in den Jahren 1871 und 1887 errichteten, jedoch heute nicht mehr in Betrieb befindlichen Bergwerksanlagen der Steinkohlengruben Fischbach-Camphausen und Göttelborn.

Die beiden schräggekreuzten silbernen Blitze stehen für die in Quierschied auf Kohlebasis betriebenen Kraftwerksanlagen der Saarbergwerke AG, insbesondere für den Kraftwerksblock Weiher III, der das größte Kraftwerk seiner Art in Europa darstellt.

Das schwarze Andreaskreuz im goldenen Felde ist das Wappen der Edelherren von Saarbrücken. Diese Familie, Eigentümerin der Burg Dagstuhl, hatte – wahrscheinlich schon vor dem 13. Jahrhundert – umfangreiche Besitzungen und Rechte im Gebiet von Quierschied, die nach ihrem Aussterben im 14. Jahrhundert auf ihre Erbnachfolger, die Herren von Brücken und Fleckenstein, übergingen. Die Herren von Fleckenstein übernahmen auch das Wappen der Edelherren von Saarbrücken, das somit für Jahrhunderte als Symbol der Besitzerfamilie von Quierschied zu gelten hat.

Der blaue Wellenschildfuß deutet zunächst allgemein die geographische Lage der neuen Gemeinde Quierschied, im Fischbachtale, dann aber auch die Namen zweier Ortsteile, nämlich FischBACH und GöttelBORN, die auf ihre Entstehung an einem Bachlauf beziehungsweise an einer Quelle hinweisen."


Als die 50-Jahr-Feier der selbständigen Gemeinde Quierschied 1953 begangen wurde, überreichte der damalige Innenminister Dr. Hector in einer Feierstunde im Saale Biesel, die mit Lautsprechern auf den alten Markt übertragen wurde, an Bürgermeister Rudolf Kaspar der Gemeinde das erste eigene Wappen. Es zeigte ein schwarzes Rad auf goldenem Grund und ein schwarzes Andreaskreuz, mit zwei silberfarbenen Glasbläserpfeifen belegt. Das Förderrad erinnert an den Bergbau, die Pfeifen an die Quierschieder Glashütte. Beide Symbole wurden in des Wappen des Edelherren von Saarbrücken hineinkomponiert. Diese Familie war Eigentümerin der Burg Dagstuhl bei Wadern und verfügte auch über umfangreiche Landbesitzungen und Rechte im Quierschieder Gebiet. Diese Besitzungen gingen später an die Herren von Brücken und dann an die von Fleckenstein über. Letztere übernahmen das Wappen der Saarbrücker Edelherren. Es galt damit über Jahrhunderte als Symbol der Besitzerfamilien von Quierschied und erhielt deshalb zu Recht einen Platz im Wappen. Nach der kommunalen Neugliederung des Saarlandes (1. Januar 1974) war auch der Zeitpunkt zur Gestaltung eines neuen Wappens gekommen, da Quierschied jetzt aus den früher selbständigen und amtsangehörigen Gemeinden Quierschied, Fischbach und Göttelborn bestand. Die Einigung auf ein Wappen war nicht problemlos, da Fischbach und Quierschied Wappen geführt hatten, Göttelborn aber nicht. Entweder setzten die Regeln der Heraldik oder das ästhetische Empfinden Grenzen. Schließlich fand ein Entwurf von Regierungsamtsrat Kohler die Zustimmung der Heraldiker und des Gemeinderates. Am 21. Juli 1977 beantragte der Gemeinderat beim Innenminister die Verleihung des neuen Wappens. Am 7. Oktober erfolgte die Bekanntmachung der Wappenverleihung im Amtsblatt des Saarlandes. In einer Feierstunde am 9. Dezember 1977 wurde das Wappen vom Innenminister Alfred Wilhelm im Kultursaal des Rathauses überreicht.

 

aus dem Buch "Quierschied die Gemeinde im Saarkohlenwald" von Rainer W. Müller/Dieter Staerk erschienen 1998 beim Verlag REPA DRUCK GmbH

Fischbach

ehemaliges Wappen Gemeinde Fischbach

Das ehemalige Fischbacher Wappen:
Am 14. Juli 1964 verlieh der Minister des Innern der Gemeinde Fischbach das Recht, folgendes Wappen als Gemeindewappen zu führen: "Durch einen silbernen Schrägrechtwellenbalken, belegt mit zwei blauen Fischen, in Grün und Schwarz geteilt. Gleichzeitig verlieh er der Gemeinde das Recht, die Farben Grün - Schwarz als Gemeindefarben zu führen. Das Wappen ist von Paul Schäfer, Fischbach, entworfen worden. In dem Schmuckblatt, das die Gemeinde zur Erinnerung an die Wappenverleihung am 29. August 1964 herausgegeben hatte heißt es: "Das Wappen der Gemeinde Fischbach ist ein redendes Wappen. Es weist auf die geschichtliche Herkunft hin und bringt zum Ausdruck, daß Wald, Wasser, Fischreichtum, Eisen und Steinkohle das Leben entscheidend beeinflussende Begleiter der Generationen waren, die den Ort mit ihrem Leben erfüllt und ihn bis zur Jetztzeit mitgestaltet haben. Der mit zwei Fischen belegte Wellenbalken symbolisiert den Namen "Fischbach". Er weist auf den Wasser- und Fischreichtum (Weiher und Bäche) hin und versinnbildlicht die Zweiteilung des Ortes durch den Fischbach. Die Farbgebung silberblau erinnert an die geschichtliche Zugehörigkeit zu Nassau-Saarbrücken. Der schwarze Schildteil beschreibt die Existenzgrundlagen der Gemeinde Fischbach und die engen Beziehungen zur heimatlichen Grundindustrie Eisen und Steinkohle. Rund 150 Jahre lang bildete die von der Fürstin Charlotte-Amalie von Nassau-Usingen errichtete Eisenschmelze die Erwerbsgrundlage der ersten Siedler, die Holzhauer, Köhler, Erzgräber, Fuhrleute und Hüttenarbeiter waren. Mit dem Abteufen der Förderschächte auf Grube Camphausen (1871) ergab sich für Fischbach eine neue Erwerbsquelle, die dem kleinen Ort einen starken Auftrieb gab. Noch heute bildet die Grube Camphausen-Franziska die Haupteinnahmequelle der Gemeinde. (Schuler, H. – Fischbach, S. 234)

(Der letzte Satz der Beschreibung trifft heute nicht mehr zu, weil die Grube Camphausen-Franziskaschacht nicht mehr in Betrieb ist.)

aus dem Buch "Quierschied die Gemeinde im Saarkohlenwald" von Rainer W. Müller/Dieter Staerk erschienen 1998 beim Verlag REPA DRUCK GmbH

Göttelborn

Vorschlag für das Wappen des Gemeindebezirks Göttelborn
Vorschlag Wappen Göttelborn

Göttelborn hat kein eigenes Wappen. In dem Buch Quierschied - Die Gemeinde im Saarkohlenwald von Rainer W. Müller und Dieter Staerck ist jedoch ein nicht verliehener und deswegen auch nicht realisierter Vorschlag eines solchen Wappens zu sehen. Das Wappen zeigt neben der geographischen Lage Göttelborns auch einen Kohlewagen, wodurch auch die Vergangenheit des Ortes, der seine Entstehung dem Bergbau zu verdanken hat, mit in das Wappen integriert ist.

Als Teil der Gemeinde Quierschied gilt für Göttelborn das Quierschieder Wappen.